Als vierköpfiger Familienvater, den erst vor einigen Jahren die Wanderlust gepackt hat war das Anschaffen von Wanderschuhen für die ganze Rasselbande anfangs vor allem eine Geldfrage. Gerade weil ich nicht wusste, wie meiner Frau und meinen zwei Jungs die Betätigung gefallen würde beschloss ich also zunächst einmal, für uns alle ein billiges Paar vom Discounter zu holen. Da ich zu den „Alles oder Nichts-Typen“ gehöre plante ich anstatt einer kleinen Wandertour gleich für den Anfang einen dreitägigen Wanderurlaub in Südtirol. Den einfachen Routen, die ich extra für uns Anfänger herausgesucht hatte, waren wir konditionstechnisch relativ gut gewachsen und meiner Frau und den Kindern gefiel das Wandern sehr, vor allem in der atemberaubenden Landschaft Norditaliens.
Mit dem billigen Schuhwerk allerdings hatten wir alle mächtig zu kämpfen. Am zweiten Tag beschwerte sich die ganze Familie über Blasen und Schmerzen an den Füßen und gerade wenn der Auf – bzw. Abstieg mal etwas steiler wurde klagten wir alle über den schlechten Halt. Außerdem mussten wir immer wenn kleine Steinchen oder Geröll auf dem Weg waren höllisch aufpassen, dass wir nicht ausrutschten. Das Profil der Billigschuhe war einfach nicht ausreichend für anspruchsvollere Stücke. Dazu kam noch, dass sie nicht bis über die Knöchel gingen, etwas das – wie mir später ein Bekannter und Wanderexperte verriet – ein Ausschlusskriterium bei Wanderschuhen ist. Als nach Südtirol klar war, dass das nicht unser letzter Wanderurlaub gewesen sein sollte, begab ich mich also auf die Suche nach etwas hochwertigeren Schuhen. Ich muss zugeben zunächst war ich etwas geschockt von so manchen Preisen. Es ist nicht untypisch, dass Modelle hochwertigerer Marken schon mal über 200 Euro kosten und der Preis mal vier schien mir dann doch eine immense Investitionsausgabe. Dann ist mir aber aufgefallen, dass es einige Modelle von Salomon oder Mammut gibt, die sich preislich auch der Otto-Normal-Verbraucher leisten kann und die für Hobby-Wanderer völlig ausreichend sind. Das Preis-Leistungsverhältnis sollte letztlich stimmen!
Bei unserem nächsten Wanderurlaub waren wir dann alle endlich schuhtechnisch professionell ausgestattet und es wurde ein voller Erfolg. Es war erstaunlich wie viel mehr wir uns auf die Natur und die Aussicht konzentrieren konnten, jetzt wo man nicht mehr auf jeden Schritt achtete oder die Füße schmerzten.
Selbst bei meinen Söhnen, die fast jedes Jahr ein Paar neue Wanderschuhe brauchen, da sie so schnell aus den alten rauswachsen lohnt sich meiner Meinung nach der Kauf hochwertigerer Modelle. Der Wandersport an sich ist ja in der Regel sowieso kostenlos – und am richtigen Equipment sollte man generell nie sparen.
